Ein Kinder– Kreativ– Projekt mit 11 Kindern aus Sylbach und Unterhohenried und meinem Projektchor

 

Die Uraufführung war am 9.11.2008 in Haßfurt

 

Die zündende Idee war: "Wie kommen die Hasen in das Wappen von Hassfurt?"

Umfangreiche Recherchen folgten, wobei man mit dem Bürgermeister der Stadt Haßfurt, Herrn Rudi Eck, einen unbürokratischen Unterstützer fand.

 

Auch der Historische Verein engagierte sich, in dem er altes Kartenmaterial aus dem Urkataster Haßfurts bereitstellte.

 

Aus wissenschaftlichen Grabungen am Herrenhof in Haßfurt und aus anderen Quellen sind erste nachweisliche Besiedelung des Haßfurter Areals zur römischen Kaiserzeit um das  4. Jahrhundert gesichert.

Eine historische Flurnamensammlung von Josef Kehl aus dem Jahre 1924 mit Flurnamen, die zum Teil bis ins 14. Jahrhundert zurückführen, wurde in unsere Geschichte dankbar mit einbezogen.

 

Archäologische Funde aus der Bronze- und Jungsteinzeit bestätigen freilich, dass unsere Gegend schon seit schier unvorstellbar langen Zeiten besiedelt war.

 

Heute noch sichtbare Großobjekte hinterließen uns die Kelten, weil sie unter dem Druck der Germanen aus dem Osten und Norden und der Römer aus dem Süden und Westen Fliehburgen in Form von Ringwallanlagen, der sogenannten Oppida, und Siedlungsbefestigungen errichteten, bis sie zu Beginn der neuen Zeitrechnung im ersten Jahrhundert entgültig besiegt und verdrängt wurden und allmählich verschwanden.

Erforschte Relikte dieser Zeiten in unserer Gegend sind z.B. die Wehranlagen: Großer und kleiner Knetzberg, Schwedenschanze, der Judenhügel bei Kleinbardorf, die alte Bürg bei Hafenpreppach, die Steinsburg bei Römhild und die riesige Anlage auf dem Staffelberg bei Staffelstein und bestimmt noch viele im Verborgenen schlummernde.

 

  Aus der Vogelperspektive kann man manchmal Spuren längst vergangener Zeiten erkennen, die vom Boden aus nicht zu sehen sind. So diese kreisförmige Formation südlich von Hassfurt.

Das unvollständige, östliche Kreisteil könnte der Main wegerodiert haben.

Westlich, auf der Höhe des Waldes, ist noch ein kleiner Kreis, der den großen Kreis mittig durchschneidet, schwach zu erkennen, was einen Turm in der Wallanlage vermuten lässt.

Auf dem kommenden Bild habe ich die Kreisformationen mit Bleistift nachgezogen und ergänzt.

Ich betone ausdrücklich, dass es sich hier um reine Vermutungen meinerseits handelt!

 

Rekonstruktion einer germanischen Wallanlage

 

 Umwehrte Keltensiedlung

 

Fest steht, das die Frühgeschichte unseres Landes äußerst bewegt und von großen Umschwüngen und auch von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt war.

 

 

  Aber nun zu unserem Musical:

Es spielt im 3. Jahrhundert, als die Römer am Limes standen und durch ihren Handel und ihre Kultur das Leben der damaligen Zeit bis weit in die germanischen Gebiete beeinflussten.

Grob gesagt in einer Zeit nach den Kelten und vor den Franken, als der Klan der „Hassi- Germanen“, der zum Stamm der Chatten, der späteren Hessen gehörte, den Haßgau besiedelte.

 Bis hier ist alles geschichtlich korrekt!

 

Unsere erfundene Geschichte, die sich aber durchaus so oder ähnlich zugetragen haben könnte, spielt an der Hasenfurt und seiner imaginären, germanischen Siedlung südlich des Maines, gegenüber des heutigen Haßfurt.


 

 Hier spielt die Geschichte:


Die Frau von Ziegenwein ist eine germanische Adelige und Clanfüherin. Außerdem ist sie Cheffin der oben beschriebenen Siedlung und erhebt Zollgebüren für die Überquerung der Hasenfurt. Sie ist von der römischen Kultur und Lebensweise sehr begeistert und lehnt die traditionelle, germanische Lebensweise und die Bräuche und Riten ihrer Vorfahren ab.

 


 

Chlodwig, ebenfalls ein Germanischer Edelmann vom Clan der Hassi– Germanen, steht in ihren Diensten als Leibwächter und Vertrauter.

 


 

Ein ehemaliger römischer Soldat, der seinen Sold beim Glücksspiel und an sonstigen Vergnügungen verloren hat, verdient sich als Wächter eine tägliche Malzeit und eine trockene Schlafstelle. Außerdem ist es für die Frau von Ziegenwein einfach schick, mit einem römischen Soldaten anzugeben!

 

 

Ein versklavter Kelte (damals gab es unfreie, halbfreie und freie Menschen) verrichtet seinen Dienst als Fährmann an der Mainfurt ins „Hassiland“

 

Annabell ist die Schwester der Frau von Ziegenwein und ist ganz und gar in der Germanischen Lebensweise verwurzelt. Sie liebt die Natur und ihre Geister und kann dem römischen Gehabe ihrer Schwester nichts abgewinnen.

 

 

Wie es sich für eine germanische Geschichte gehört, kommen auch Feen darin vor!

 

Aber die wichtigsten Darsteller unserer Geschichte sind die drei kleinen Hasen: Fiffi, Fuffu und Feffe ohne die es niemals ein Hase in das Wappen der Stadt Haßfurt geschafft hätte!

 

Die erfundene Geschicht spielt vor ca. 1700 Jahren, als der Main sein Bett noch nach Hochwasserlaune formte, Bieber und Otter in den Nassachauen ihre Kinderstuben hatten, Lachse und Forellen sich im glasklaren Wasser der Bäche tummelten, und Wölfe des Nachts manchmal den Mond anheulten. Als die Menschen an ihren  heiligen Orten wie Lichtungen mit uralten Bäumen, Quellgründen, und Felsenhöhen ihre Rituale zelebrierten und eigentlich nur ein wenig anders aussahen, sprachen und dachten als wir heute.


 

 

 

 

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